Für die Zeltaufteilung gibt es nicht die eine Lösung, die für alle Gruppen gleich passt. Wichtig ist: Die Kinder und Jugendlichen werden beteiligt und ihre Bedürfnisse werden gehört. Sie sollen mitentscheiden können, welche Schlafsituation für sie passend und sicher ist. Wo sie sich wohlfühlen. Das ist aufgrund der Gruppendynamik gar nicht so einfach, Unwohlsein zu äußern.
Grundsätzlich empfehlen wir Abfrage nach Bedürfnissen – dies kann, muss aber nicht eine Trennung nach Geschlecht, bekannten Gruppen, größten Schnarchenden beinhalten. Niemand soll in einem Zelt schlafen müssen, in dem die Person sich unwohl fühlt. Dabei ist wichtig: Kinder und Jugendliche, die sich nicht eindeutig als männlich oder weiblich einordnen, dürfen nicht einfach „zugeteilt“ werden. Sprecht vorher mit ihnen und findet gemeinsam eine gute Lösung.
Bei der Altersaufteilung empfehlen wir, sich eher an den Stufen bzw. am Entwicklungsstand zu orientieren als nur an der Volljährigkeit. Eine sinnvolle Orientierung kann sein:
- unter 16 Jahre
- ab 16 Jahre / Ranger*Rover-Stufe
Das passt oft besser zu den Lebensrealitäten der Gruppen als eine reine Trennung nach U18 und Ü18. Gleichzeitig gilt: Erwachsene und Gruppenleitungen haben eine besondere Verantwortung. Sie sollten getrennt von minderjährigen Teilnehmenden schlafen oder es braucht eine transparente, gut begründete Lösung.
Genügend Material: plant lieber mehrere kleinere Schlafzelte/Kohten. Achtet dabei auf:
- Trennung nach Stufen oder Alter (Jupfi, Pfadi, R*R-Stufe)
- Bedürfnissen der Teilnehmenden – wie Trennung nach Geschlecht, wer bleibt abends lang in der Oase, wer schnarcht
- eigene Schlafmöglichkeiten für Gruppenleitungen/Erwachsene
- eine Lösung für Teilnehmende, die sich in der klassischen Aufteilung nicht wiederfinden
Wenig Material (beispielsweise eine Jurte): möglich ist zum Beispiel eine größere Jurte mit klar getrennten Schlafbereichen. Dann sollte vorher gut besprochen werden:
- Wer schläft wo?
- Sind alle mit der Lösung einverstanden?
- Gibt es genug Abstand und Privatsphäre?
- Gibt es eine Alternative, wenn sich jemand unwohl fühlt?
Eine Aufteilung nach „eine Seite Mädchen, eine Seite Jungen“ kann eine Lösung sein, wenn wenig Material vorhanden ist. Besser sind, wenn eine Trennung gewünscht ist, aber getrennte Schlafzelte oder klar getrennte Schlafbereiche, wenn das möglich ist. So ist beispielsweise die sensible Umziehsituation einfacher. Entscheidend ist nicht nur die perfekte Materialplanung, sondern vor allem: Die Teilnehmenden werden gefragt, Grenzen werden ernst genommen und niemand wird zu einer Schlafsituation gedrängt.
Für eine vorbereitende Gruppenstunde hier zwei konkrete Ideen:
IDEE 1
- Sammelt offen mögliche Bedürfnisse
- Was für Gründe kann es geben, mit anderen Menschen (nicht) im selben Zelt schlafen zu wollen?
- jede Person sucht nun für sich die Bedürfnisse aus, die auf sie zutreffen – es werden mehrere unterschiedliche Konstellationen ausprobiert – dabei dürfen neue Bedürfnisse aufgenommen, andere fallen gelassen werden – alles erstmal unverbindlich
- abschließend wird vor dem Hintergrund des verfügbaren Materials eine Lösung gesucht, zu der alle voll und ganz Ja sagen
IDEE 2
- stellt euer gedachtes Konzept vor, abhängig vom Material: beispielsweise männlich und weiblich getrennt bis 16).
- lasst euch individuell anonym Feedback von den Gruppen geben: fühlt ihr euch so wohl ? Was geht für euch gar nicht? Was fühlt sich komisch an?
- wertet es aus und trefft dann die Entscheidung. So kann sichergestellt werden, dass man dem Gruppendruck etwas entgegenwirkt und jede*r sich äußern konnte.
Auch während des Lagers braucht es einfache Wege, sich zu melden, wenn sich jemand mit der Schlafsituation doch nicht wohlfühlt. Klärt deshalb vorher, wer ansprechbar ist und wie Rückmeldungen möglich sind
- vielleicht eine kleine Box
- oder extra ausgewiesene Ansprechpersonen
