Achtsam und Aktiv

Quelle: VCP

Pfadfinden – das bedeutet Spaß, Abenteuer, Freunde, Lagerfeuer und für jede*n ein bisschen was anderes. Vor allem aber: gemeinsam eine gute Zeit erleben!

Quelle: VCP

Damit das Bundeslager für alle eine tolle Erfahrung wird, müssen wir achtsam miteinander umgehen, die eigenen Grenzen wahrnehmen und die der anderen nicht übertreten. Wir wollen ein Bundeslager, auf dem sich alle wohl und sicher fühlen können. 

Jede*r von uns hat das Recht auf ein sicheres Lager. Was dazu gehört und wie wir miteinander umgehen möchten hat der VCP in „Meine Rechte auf Fahrt und Lager“ und in unserem Selbstverständnis niedergeschrieben. 

Damit das Bundeslager ein schönes Erlebnis für alle wird, arbeiten wir für das Bundeslager zusätzlich ein sogenanntes Schutzkonzept aus. Dieses Schutzkonzept hat viele Aspekte, ein wichtiger Aspekt sind die folgenden Anmeldebedingungen.

Folgende Anmeldebedingungen gelten in Bezug auf Achtsam&Aktiv 

über 16 Jahre meint für das Bundeslager: geboren am oder vor dem 07.08.2010

Erweitertes Führungszeugnis (eFZ) eingereichtAn einer Schutzschulung teilgenommenSelbstverständnis gelesen und bestätigt“Meine Rechte auf Fahrt und Lager”gelesen und bestätigt
Alle Personen unter 16 Jahren (die keine Tagesgäste sind) Ja
Alle Personen über 16 Jahre (die keine Tagesgäste sind) JaJaJaJa
Tagesgäste des Besuchendentags (ohne Übernachtung)Ja
Kurzzeitgäste (bis zu 4 Nächten)(wenn ab 16 Jahre: Ja)(wenn ab 16 Jahre: Ja)(wenn ab 16 Jahre: Ja)Ja

Das erweiterte Führungszeugnis (eFZ)

Das erweiterte Führungszeugnis ist ein Dokument, in dem Straftaten notiert sind. Wer im VCP oder anderen Jugendverbänden mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt kommt und mindestens 16 Jahre ist, muss dieses Dokument abgeben. Dies gilt auch für das Bundeslager. Weitere Informationen zum erweiterten Führungszeugnis findest du unter Erweitertes Führungszeugnis.

Die Schutzschulung

Alle Bundeslager-Teilnehmenden ab 16 Jahren müssen eine Schutzschulung gemacht haben, wir brauchen allerdings keinen schriftlichen Nachweis darüber. Eine Schutzschulung zum Thema sexualisierte Gewalt wird in der Regel auf den Leitendenkursen deines Landes angeboten. Es gelten alle Pfadi-Schutzschulungen der Grundkurse, Juleica-Kurse, etc. Für das Bundeslager gilt: Wenn du einmal eine Schutzschulung gemacht hast, läuft sie nicht ab. Falls Du noch keine besucht hast oder dir unsicher bist, ob deine zählt, melde Dich bei deinem Landesbüro.

Das Selbstverständnis im VCP

Das Selbstverständnis ist ein klares Bekenntnis zum Schutz der uns anvertrauten Kinder. Du musst bei der Anmeldung bestätigen, dass du es gelesen hast und dahinterstehst. 

Meine Rechte auf Fahrt und Lager

Alle haben Rechte auf einem Lager. Jede*r sollte diese Rechte für sich kennen und auch bei anderen einfordern. So gelingt ein wundervolles Erlebnis. Du musst bei der Anmeldung bestätigen, dass du “Meine Rechte auf Fahrt und Lager” gelesen hast.

Auf dem Lager geht es dir oder jemandem um dich herum nicht gut?

Es kann Situationen geben, in denen du dich nicht sicher fühlst oder es dir nicht gut geht. Wir versuchen von Anfang an, dass es möglichst wenige solcher Situationen gibt. Wenn es dennoch dazu kommt, haben wir ein offenes Ohr für dich, nehmen Dich und deine Probleme ernst und unterstützen dich.

Wie findest du uns auf dem Lager?
Quelle: VCP

Du erkennst uns an den gelben Halstüchern. Uns kannst Du gerne ansprechen, wenn wir sie tragen. Unseren Anlaufpunkt erkennst du an dem Zelt mit einer gelben großen Fahne. 

Zusätzlich kannst Du uns auch jederzeit anrufen. Eine Telefonnummer veröffentlichen wir noch. 

Mit welchen Themen kann ich mich bei euch melden? 
Quelle: VCP

Es muss nicht sexualisierte Gewalt sein, es gibt auch andere Gründe, weswegen es einem schlecht gehen kann. Wir möchten Dir auch bei anderen schwierigen Situationen zur Seite stehen. Beispielsweise wenn Du niemanden hast, der eine Singerunde starten will, Periodenschmerzen auf dem Lager oder Du einfach mal jemand brauchst, der mit den aktiven Kids ein Spiel spielt. Auch da sind wir für Dich da. Dazu haben wir Sprechstunden eingerichtet, bei der Du mit all Deinen/Euren großen und kleinen Problemen vorbeikommen kannst und wir dann gemeinsam eine Lösung finden. 

Manchmal will man auf dem Lager auch einfach einen Rückzugsort. Ruhe und die Möglichkeit runterzukommen. Dazu gibt es auf dem Lager verteilt für Dich kleine „SafeSpace“. Diese haben eine eigene Kennzeichnung. 

Wie kann ich mich auf dem Lager rund um das Thema Grenzen, Sexualität, Grenzverletzung und sexualisierte Gewalt informieren? 

Vor Ort kannst Du an verschiedenen Programmpunkten oder Workshops teilnehmen – von interaktiven Übungen bis hin zu Gesprächsrunden. In unserer Jurte gibt es zusätzlich viele Materialen zu den Themen sexualisierte Gewalt, sowie angrenzende Themen wie Diskriminierung, sexuelle Bildung, Sexismus und vielem mehr – und auch geschulte Personen, mit denen du darüber sprechen kannst.

Wie kann ich als Leitung das Thema mit Teilnehmenden besprechen oder weitere Informationen finden? 
Quelle: VCP
  • Ideen für Gruppenstunden und konkrete Methoden zur Umsetzung findest du im VCP Blog
  • Benötigst Du weitere Informationen oder Materialien? Gibt es ein Problem? Wir finden gemeinsam mit Dir eine Lösung! Schreibe uns gerne unter achtsamundaktiv.bundeslager@vcp.de 
Wie kannst du uns vor dem Lager erreichen?
Quelle: VCP

Wenn Du vor dem Lager Fragen oder Sorgen hast, oder Dir einige Dinge unklar sind, erreichst Du uns am besten per Mail unter achtsamundaktiv.bundeslager@vcp.de 

Wir behandeln Dein Anliegen vertraulich und Du musst uns bei Fragen nicht Deinen Namen nennen, wenn Du das nicht möchtest!

Wie sollen wir die Schlafzelte einteilen?

Für die Zeltaufteilung gibt es nicht die eine Lösung, die für alle Gruppen gleich passt. Wichtig ist: Die Kinder und Jugendlichen werden beteiligt und ihre Bedürfnisse werden gehört. Sie sollen mitentscheiden können, welche Schlafsituation für sie passend und sicher ist. Wo sie sich wohlfühlen. Das ist aufgrund der Gruppendynamik gar nicht so einfach, Unwohlsein zu äußern.

Grundsätzlich empfehlen wir Abfrage nach Bedürfnissen – dies kann, muss aber nicht eine Trennung nach Geschlecht, bekannten Gruppen, größten Schnarchenden beinhalten. Niemand soll in einem Zelt schlafen müssen, in dem die Person sich unwohl fühlt. Dabei ist wichtig: Kinder und Jugendliche, die sich nicht eindeutig als männlich oder weiblich einordnen, dürfen nicht einfach „zugeteilt“ werden. Sprecht vorher mit ihnen und findet gemeinsam eine gute Lösung.

Bei der Altersaufteilung empfehlen wir, sich eher an den Stufen bzw. am Entwicklungsstand zu orientieren als nur an der Volljährigkeit. Eine sinnvolle Orientierung kann sein:

  • unter 16 Jahre
  • ab 16 Jahre / Ranger*Rover-Stufe

Das passt oft besser zu den Lebensrealitäten der Gruppen als eine reine Trennung nach U18 und Ü18. Gleichzeitig gilt: Erwachsene und Gruppenleitungen haben eine besondere Verantwortung. Sie sollten getrennt von minderjährigen Teilnehmenden schlafen oder es braucht eine transparente, gut begründete Lösung.

Genügend Material: plant lieber mehrere kleinere Schlafzelte/Kohten. Achtet dabei auf:

  • Trennung nach Stufen oder Alter (Jupfi, Pfadi, R*R-Stufe)
  • Bedürfnissen der Teilnehmenden – wie Trennung nach Geschlecht, wer bleibt abends lang in der Oase, wer schnarcht
  • eigene Schlafmöglichkeiten für Gruppenleitungen/Erwachsene
  • eine Lösung für Teilnehmende, die sich in der klassischen Aufteilung nicht wiederfinden

Wenig Material (beispielsweise eine Jurte): möglich ist zum Beispiel eine größere Jurte mit klar getrennten Schlafbereichen. Dann sollte vorher gut besprochen werden:

  • Wer schläft wo?
  • Sind alle mit der Lösung einverstanden?
  • Gibt es genug Abstand und Privatsphäre?
  • Gibt es eine Alternative, wenn sich jemand unwohl fühlt?

Eine Aufteilung nach „eine Seite Mädchen, eine Seite Jungen“ kann eine Lösung sein, wenn wenig Material vorhanden ist. Besser sind, wenn eine Trennung gewünscht ist, aber getrennte Schlafzelte oder klar getrennte Schlafbereiche, wenn das möglich ist. So ist beispielsweise die sensible Umziehsituation einfacher. Entscheidend ist nicht nur die perfekte Materialplanung, sondern vor allem: Die Teilnehmenden werden gefragt, Grenzen werden ernst genommen und niemand wird zu einer Schlafsituation gedrängt.

Für eine vorbereitende Gruppenstunde hier zwei konkrete Ideen:

Idee 1

  • Sammelt offen mögliche Bedürfnisse
  • Was für Gründe kann es geben, mit anderen Menschen (nicht) im selben Zelt schlafen zu wollen?
  • jede Person sucht nun für sich die Bedürfnisse aus, die auf sie zutreffen – es werden mehrere unterschiedliche Konstellationen ausprobiert – dabei dürfen neue Bedürfnisse aufgenommen, andere fallen gelassen werden – alles erstmal unverbindlich
  • abschließend wird vor dem Hintergrund des verfügbaren Materials eine Lösung gesucht, zu der alle voll und ganz Ja sagen

Idee 2

  • stellt euer gedachtes Konzept vor, abhängig vom Material: beispielsweise männlich und weiblich getrennt bis 16).
  • lasst euch individuell anonym Feedback von den Gruppen geben: fühlt ihr euch so wohl ? Was geht für euch gar nicht? Was fühlt sich komisch an?
  • wertet es aus und trefft dann die Entscheidung. So kann sichergestellt werden, dass man dem Gruppendruck etwas entgegenwirkt und jede*r sich äußern konnte.

Auch während des Lagers braucht es einfache Wege, sich zu melden, wenn sich jemand mit der Schlafsituation doch nicht wohlfühlt. Klärt deshalb vorher, wer ansprechbar ist und wie Rückmeldungen möglich sind

  • vielleicht eine kleine Box
  • oder extra ausgewiesene Ansprechpersonen

Das Team: Wer sind wir?

Auf dem Bundeslager steht euch ein Team von etwa 30 Vertrauenspersonen zur Seite. Jede*r von ihnen bringt unterschiedliche Erfahrungen, Hintergründe und Kompetenzen mit.

Manche kennen sich besonders gut mit Themen wie Mobbing aus, andere sind als Lehrkräfte bei pädagogischen Fragen ansprechbar. Es gibt Vertrauenspersonen mit besonderem Blick auf Neurodivergenz, auf Konfliktklärung und Moderation oder mit Erfahrung in Mediation. Auch Expert*innen für queere Lebensrealitäten gehören zu unserem Team. Zudem gibt es im Bereich sexualisierte Gewalt viele Vertrauenspersonen, die bereits eigene Fortbildungen besucht oder selbst Schulungen gegeben haben.

Wer bei den vorbereitenden Online-Treffen dabei war, hat einige von ihnen vielleicht bereits kennengelernt.

Und gleichzeitig gilt für alle: Es sind Pfadis. Menschen, die selbst erlebt haben, was Pfadfinden bedeutet – Gemeinschaft, Verantwortung, Achtsamkeit. Diese Erfahrung verbindet und ist oft die wichtigste Grundlage für Gespräche auf Augenhöhe.