Achtsam und aktiv ins Bundeslager – gemeinsam unterwegs

Quelle: VCP/Kai Bendig


Das Bundeslager steht kurz bevor und wir freuen uns riesig auf sooooo über 4.000 Menschen! Oft bringen wir alle dabei ein großes Grundvertrauen mit. Schließlich sind wir alle Pfadis. Genau hier beginnt das Thema achtsames Lager..

Was bedeutet eigentlich „achtsam“?

Achtsam sein heißt: hinsehen, zuhören und aufeinander achten. Es geht darum, nicht nur auf sich selbst zu schauen, sondern auch darauf, wie es den Menschen um uns herum geht.
Manchmal merkt man sofort, wenn jemand gute Laune hat. Aber was ist, wenn es jemandem nicht gut geht? Dann hilft es, genauer hinzuschauen:
Wie ist die Körpersprache?
Wirkt die Person still oder zurückgezogen?
Verändert sich ihr Verhalten?
Klar, viele sagen: „Das ist doch gesunder Menschenverstand.“ Stimmt, aber Achtsamkeit geht noch einen Schritt weiter. Sie ist bewusst und aktiv.
Kleine Tools mit großer Wirkung haben wir für euch nachfolgend zusammengestellt:

1. Ein einfacher Start in den Tag:
Fragt regelmäßig in der Gruppe, wie es allen geht. Das muss gar nicht kompliziert sein. Zum Beispiel:
Welche Wetterlage beschreibt deine Stimmung heute?
Welches Tier passt gerade zu dir?
Oder welches Getränk bist du heute?

Wichtig ist: Alle dürfen ehrlich antworten und niemand muss. Wer möchte kann das natürlich sogar visualisieren.

2. Zuhören statt sofort Lösungen anbieten

Oft hilfreich ist die Frage:
„Was brauchst du gerade?“
„Wie kann ich dich unterstützen?
Der Gedanke dahinter: Jede Person kennt sich selbst am besten. Wir müssen nicht alles lösen, manchmal reicht einfach Zuhören.

3. Rückzugsorte sind wichtig.
Ein großes Lager kann laut und anstrengend sein. Deshalb braucht es Orte, an denen man zur Ruhe kommen kann.
Überlegt euch:
Wo kann sich jemand zurückziehen?
Wo darf man einfach mal für sich sein?
Auf dem Lager gibt es in jedem Teillager einen Safer Space von „achtsam und aktiv“. Dort darf jede*r hingehen, ohne Erklärung, einfach so. Die mentale Gesundheit ist wichtiger als am Programm teilzunehmen, nehmt euch also den Freiraum wenn ihr ihn braucht und bietet ihn auch euren Gruppenlikindern an.

4. Klare Absprachen geben Sicherheit
Gerade beim Thema Schlafen lohnt es sich, vorher darüber zu sprechen:
Wann ist Ruhe?
Wie gehen wir mit Umziehen um?
Was ist okay und was nicht?
Eine gute Idee ist eine Ampel-Abfrage:
Grün: Das ist für mich total okay
Gelb: Da bin ich unsicher
Rot: Das geht für mich gar nicht. Das ist ein NoGo.

Am besten macht ihr diese Abfrage anonym, damit sich alle trauen, ehrlich zu sein. Fragt das in der Gruppenstunde ab und dann lest es selbst vor, so erkennt man keine Schriftarten und jede*r kann sich trauen.

5. Orientierung im Lageralltag
Eine einfache Methode, um den Überblick zu behalten wer eigentlich wo schläft: Malt eine kleine Kohte oder Jurte aus Pappe. Jede Person bekommt eine Wäscheklammer mit ihrem Namen. Wer in der Jurte ist, hängt seine Klammer dorthin. So ist sichtbar:
Wer ist gerade da?
Wer hat sich zurückgezogen?
Das schafft Transparenz und Sicherheit.

6. Nehmt die neuen Menschen mit.
Für viele ist das Bundeslager das erste große Lager. Das kann überwältigend sein.
Helft beim Ankommen:
Erklärt den Tagesablauf, zeigt wichtige Orte, sagt klar, wer ansprechbar ist.
Nehmt die unterschiedlichen Bedürfnisse wahr und ernst.

7. Jede Person ist anders.
Manche reagieren sensibel auf:
Lautstärke, viele Menschen, Stress oder neue Situationen.  Andere haben körperliche Einschränkungen oder tun sich schwer damit, Gefühle auszudrücken.
Deshalb lohnt es sich, früh ins Gespräch zu gehen:
Was brauchst du?
Was hilft dir?
So könnt ihr gemeinsam gute Lösungen finden. Manchmal kann man auch die Erziehungsberechtigten im Vorfeld genau das fragen.

Du bist nicht allein!

Zum Schluss ganz wichtig: Wenn es dir nicht gut geht – oder du merkst, dass es jemand anderem nicht gut geht bleib nicht allein damit.
Melde dich gerne bei uns im Begegnungscafé Kassiopeia.
Wir hören zu, nehmen dich ernst und schauen gemeinsam, was dir hilft.

Zum Schluss noch ein Gedanke, der uns am Herzen liegt: Ein achtsames Lager lebt von uns allen. Je mehr wir aufeinander achten, desto schöner wird die gemeinsame Zeit.